Viele Vorstellungsgespräche sind unnötig; für Sie als Personaldisponent und ebenso für Personaldienstleister. In diesem Artikel (Teil 1 von 2) zeige ich Ihnen die wichtigsten Einflussfaktoren auf, die Ihr Gehalt als Personaldisponent beeinflussen können.

Erschreckend breit ist der Gehaltskorridor beim internen Stammpersonal und gleichzeitig doch auch oft nachvollziehbar.

Woran liegt es, dass der eine Personaldisponent 1.800 € und der andere 8.000 € monatlich verdient?

Unternehmensgröße – Platzhirsch, Mittelständer oder Konzern

1. Unternehmensgröße – Platzhirsch, Mittelständer oder Konzern?

Die Platzhirsche – Personaldienstleister, die nur eine oder wenige Niederlassungen haben, dafür aber extrem erfolgreich sind.

Somit liegt es auf der Hand, dass diese Dienstleister auch interne Gehälter bezahlen können, wo Mittelständer und Konzerne oft nicht mithalten können oder wollen.

Bei einem kleinen Dienstleister, der dazu auch noch gerade mit dem eigenen Überleben beschäftigt ist, sieht es mit größeren Gehaltssprüngen entsprechend mau aus.

Unserer Erfahrung nach kann man keine Pauschalaussage treffen, bei welcher Unternehmensgröße in der Zeitarbeit Mann/Frau am besten verdient. Laut den von uns vermittelten Personaldisponenten punkten inhabergeführte und mittelständische Personaldienstleister im Vergleich zu Konzernen besonders bei Prämien bzw. Gewinnbeteiligungen.

Sowohl die Prämienhöhe, die Transparenz der Prämienregelung als auch der Auszahlungszeitpunkt (monatlich / quartalsweise und nicht jährlich) werden hervorgehoben.

Das sich hier die inhabergeführten Zeitarbeitsfirmen spendabler erweisen, mag unter anderem daran liegen, dass keine Aktionäre glücklich gemacht werden müssen und somit mehr an das interne Personal ausgeschüttet werden kann.

Erfahrung in der Branche Neuling, ausgebildeter Personaldienstleistungskaufmann-frau oder Senior

2. Erfahrung in der Branche – Neuling, ausgebildeter Personaldienstleistungskaufmann/ frau oder Senior?

Nur wenige Menschen sind für diesen sehr abwechslungsreichen und teilweise dennoch sehr aufreibenden Job geschaffen: Mitarbeiter finden die es nicht gibt, Kunden bedienen die die Preise nicht zahlen wollen,
Chefs die „immer mehr wollen und nicht bereit sind zu investieren“ und zu guter Letzt oft noch die Medien, Gewerkschaften und Freunde/ Bekannte, die einen Job als Personaldisponent durch unsachliche Kommentare nicht gerade versüßen.
Diese Gegebenheiten führen oft dazu, dass Branchenneulinge keine 12 Monate in der Zeitarbeit tätig bleiben und somit verhalten sich Geschäftsführer von Zeitarbeitsfirmen bei hohen Gehaltsforderungen entsprechend abweisend.
Erfreulicher ist es für Personaldisponenten, die über mindestens ein bis zwei Jahre Erfahrung verfügen; hier ist meiner Erfahrung nach ein Jobwechsel zu einem anderen Personaldienstleister mit einer 5 bis 15 %-igen Grundgehaltserhöhung verbunden.

Tätigkeit und Funktionsbereich – 360 Grad, Recruiting, Disposition oder Vertrieb?

3. Tätigkeit und Funktionsbereich – 360°, Recruiting, Disposition oder Vertrieb?

Die Berufsbezeichnungen variieren von Personaldienstleister zu Personaldienstleister.
Titel wie Kundenberater, Vertriebsdisponenten, Recruiter bis hin zum Consultant oder Abteilungsleiter sind mittlerweile gang und gäbe.
Die Tätigkeit als solche ist jedoch oft dieselbe oder zumindest sind sie sich sehr ähnlich – viel entscheidender ist der Schwerpunkt Ihrer Tätigkeiten als Personaldisponent:
Müssen Sie alles „nur abwickeln“ oder bilden Sie den kompletten Transaktionsprozess ab, d.h. suchen und gewinnen Sie eigenständig neue Mitarbeiter und Kunden und betreuen und disponieren Sie diese auch?
Aufgrund der Vollbeschäftigung ist das Recruitment immer mehr in den Fokus gerückt und somit verdienen erfolgreiche Rekrutierer teilweise genauso viel wie erfolgreiche Vertriebler.

4. Qualität und Menge Ihrer Aktivitäten – wie viel und in welcher Qualität machen Sie Ihren Job als Personaldisponent?

4. Qualität und Menge Ihrer Aktivitäten – wie viel tun Sie und in welcher Qualität machen Sie Ihren Job als Personaldisponent?

Je mehr Sie tun – und das auf einem entsprechenden Qualitätsniveau (Akquise von neuen Kunden, Bestandskundenbetreuung, Überzeugung/ Einstellung/ Führung von neuen Mitarbeitern) – umso höher liegt Ihre persönliche Erfolgswahrscheinlichkeit .
Im Umkehrschluss heißt das aber auch: je weniger Sie (aktuell) tun, umso so geringer ist die Erfolgswahrscheinlichkeit und der Bumerang (u.a. Abbau Ihrer Zeitarbeiter) kommt – die Frage ist nur wann.

5. Erfolg des Personaldisponenten - welche Zahlen sollten Sie immer im Auge haben?

5. Erfolg des Personaldisponenten – welche Zahlen sollten Sie immer im Auge haben?

Wie viele externe Mitarbeiter (fakturierte Stunden an Kundenunternehmen) verantworten Sie; wie hoch sind Ihre Kalkulationsfaktoren (Stundenverrechnungssatz geteilt durch externen Mitarbeiterstundenlohn (inkl. VMA., Fahrtgeld etc.)); wie hoch ist die Fluktuation (Kunden- und mitarbeiterseitig) und der Krankenstand der externen Mitarbeiter und wie sieht die Entwicklung der jeweiligen Bereiche aus?

6. BWA – wie viel Geld bleibt wirklich übrig?

6. BWA – wie viel Geld bleibt wirklich übrig?

Als Personaldisponent haben Sie durch Ihre Aktivitäten großen Einfluss auf „Ihre Abteilung“ und somit auf den Deckungsbeitrag Ihrer Mitarbeiter bzw. Ihrer Abteilung.
Je mehr Stunden Sie verkaufen (unter Berücksichtigung der Kalkulationsfaktoren, des Krankenstandes und der Arbeitszeitkonten), umso mehr bleibt ergo auch „hängen“.
Faktoren, auf die Sie in der Regel keinen Einfluss haben, sind beispielsweise: die Büromiete, Verwaltungsumlage, andere interne Gehälter.

7. Die Region ist nur ein Teilaspekt – Nord, West, Süd oder Mitteldeutschland?

Tendenziell verdienen Disponenten im Durchschnitt in den alten Bundesländern mehr; gleichwohl lassen sich jede Menge gutbezahlte „Berufskollegen“ auch in den neuen Bundesländern finden, wenn sie in einer wirtschaftlich starken bzw. aufblühenden Region wie aktuell Jena, Dresden, Leipzig, Erfurt oder Berlin tätig sind.

8. Spezialisierung – Gewerblich, kaufmännisch, Ingenieure oder medizinisch-pflegerischer Bereich?

8. Spezialisierung – gewerblich, kaufmännisch, Ingenieure oder medizinisch-pflegerischer Bereich?

Verleihen Sie wie die meisten Personaldienstleister gewöhnliche Anlernkräfte, d.h. können Sie durch Ihre Mitbewerber schnell verdrängt werden, oder sind Sie in einem margenträchtigeren Segment tätig (zum Beispiel medizinisch-pflegerischer Bereich, Ingenieure oder Finanz- und Rechnungswesen)?
Je spezieller umso höher ist für gewöhnlich die Marge und umso mehr bleibt übrig; der Nachteil liegt aber auf der Hand: ein deutlich höherer Rekrutierungsaufwand.

In der KW 49 erscheint der zweite Teil von: Was verdient ein Personaldisponent in der Zeitarbeit.

Ich habe selbst jahrelang operativ als Personaldisponent und später als überregionaler Vertriebler in der Zeitarbeit bei einem ehemaligen Top 20 Zeitarbeitsunternehmen gearbeitet. Seit über 15 Jahren vermittele ich mit meinem Team ausschließlich interne Mitarbeiter aus der Zeitarbeit und der Personalberatung.

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Bis spätestens KW 49 🙂


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